Das Berger Etztal begrenzt die Tangente im Norden. Hier fließt nach wie vor ein Teil des anfallenden Wassers westlich des "Großen Hügels" ab.
Das Tal hat die Grundform eines Dreiecks. (siehe rechte Abbildung Nummer 1.
Die Höhen unter 630 Meter wurden zur Steigerung der Übersichtlichkeit blaugrau eingefärbt)
Der hornähnliche Fortsatz an der Südwand B-C kann als Seitental betrachtet werden.
Das Etztal ist mit etwa 150m Breite an der See-Seite und 200m Länge für hiesige Verhältnisse von erstaunlicher Größe. Diesen Eindruck bekräftigen 22m hohe, vorwiegend aus Nagelfluh bestehende steile Wände. (Foto 1 öffnet im eigenen Fenster)
(Nagelfluh: Betonartiges Gemisch aus Kies oder Geröll und ausgehärteten Bindemittel wie Kalk. (Mehr zum Thema Nagelfluh hier drücken)
Nach Westen verläuft der flache Talboden (608m) auf einer Strecke von etwa 200m gleichmäßig zum See (585m). Im östlichen Talboden versickere das Wasser, wie mir der Eigentümer erklärte, da hier der Boden aus Tuffsteinen bestehen würde. Tuffstein würden sich auch im Westhang unterhalb des Etztals finden. Auch wurden angeblich beim Bau zweier Wände eines alten Bauernhauses in der Grafstraße Tuffsteine verwendet.
An der Nord- und Südostwand treten Quellen aus und werden heute noch per Rohr und Kanal entlang der Mühlgasse zum Schloss und zur ehemaligen Mühle an der Wittelsbacher Straße geleitet. Das Vorhandensein dieser Quellen war bei der Standortwahl des Schlosses angeblich mitbestimmend.
Die Form des Etztales ist jedoch nicht durch seine Quellen, sondern durch zwei Zuflüsse ausgewaschen worden. (Siehe rechte Abbildung Nummer 2. Zum Starten der Animation in das Bild zeigen)
Der nördliche Zufluss (gestrichelter Pfeil) ist nahe der Percha Straße und der südliche Zufluss an der Spitze des Seitentals bei der Etzlatstraße auszumachen. Die Wassermengen müssen enorm gewesen sein. Dies ergibt sich nicht nur aus der Größe des Tals, sondern auch aus der Form des See-Ufers in diesem Bereich. Schwerlich lässt sich eine Art Delta ausmachen, das hier durch den Bach angeschwemmt worden sein dürfte.
Der nördliche Zufluss im Scheitelpunkt des Dreiecks ist ausgetrocknet; sein Bachbett ist so gut zu sehen, als ob hier vor kurzem noch Wasser geflossen sei. (Foto 2 öffnet im eigenen Fenster)
Oberhalb von 630m ist jede Spur, sowohl des Tals als auch eines Bachbettes, schlagartig verschwunden. Mit einer scharfen Kante beginnt ein Plateau. Auf dem Plateau sucht man vergebens nach einer Spur des Zulaufs. (Foto 3 öffnet im eigenen Fenster)
Bei Straßenbauarbeiten Mitte letzten Jahrhunderts ebnete man angeblich die Wiese ein. Der nördliche Zulauf erschließt sich einem beim Studium der Höhenlinienkarte, die Ende des 19. Jahrhunderts (um 1890) gezeichnet wurde. Wasser zwängte sich hier durch die schmale südliche Niederung zwischen dem Hügel und der Percha Straße.
Der südlichere Zulauf hat gleichfalls eine Höhe von 630m. (Siehe rechte Abbildung Nummer 2) Diesen Zulauf können wir über eine Strecke von nahezu 400m gleichbleibend bis fast zur Aufkirchner Straße mit 631,5m auf der Höhenlinienkarte ausmachen. Hier, nach dem Verlassen des Gebiets der "Berger Platte"(hellrot markiert) um den Standort der Apotheke, Sparkasse und rauf zur Aufkirchner Straße weitet sich dieser Zulauf. Hier stand laut Überlieferungen nach längeren Niederschlägen im 19. Jahrhundet das sich sammelnde Wasser so hoch, dass dieses "Sumpfgebiet" beim Gang nach Wolfratshausen weiträumig umgangen werden musste. (Originalton eines 86 jährigen Einwohners, der mir die Berichte seiner Großmutter erzählte)
Gleicher Herr wies mich auch auf das nordwestliche Eckhaus an des Percha Straße/ Grafstraße hin. Durch den Straßenbau liegt diese Haus heute deutlich unterhalb des Straßen-Niveaus. (Foto 4 öffnet im eigenen Fenster) Von seinem Vater wisse er, dass die Straße so tief lag, dass man aus der Stube des Hauses den Rücken eines vorbeiziehenden Pferdes auf Fensterbretthöhe sah.
Soweit der Bericht des Einwohners, der mit der aus damaliger Zeit stammenden Höhenlinienkarte vereinbar ist.
Gespeist wurde dieses "Sumpfgebiet" von dem ablaufenden Wasser der jeweiligen Westflanken des südlichen "Großen Hügels", der Inneren Hügeln 3, 4 und 5 und der trichterbildenden westlichen Kreishügel. Letztere verhinderten den Ablauf über den Leonihang. (Siehe rechte Abbildung Nummer 3. Zum Starten der Animation in das Bild zeigen)
Von einem regelrechten Bach, der dieses Wasser vom "Sumpfgebiet" an der Aufkirchener Straße zum Etztal brachte, konnte ich nichts in Erfahrung bringen und so müssen wir uns auf die Höhenlinienkarte verlassen.
Nördlich des Etztals konnte ich keinen Bach entdecken. Das Wasser versickert hier und tritt am nahegelegenen West- und Nordhang und dem nördlichen und östlichen Etztal aus. Ich erwähnte dies bereits. In diesem Zusammenhang ist vielleicht die Ergänzung interessant, dass im nicht öffentlich zugänglichen Schlosspark eine starke Quelle sprudelt, die in einem Weiher gefasst ist. Die genannten Quellen sind in der Abbildung rechts Nummer 3 und der dazugehörigen Animation eingearbeitet.
Zusammenfassung:
Das Vorhandensein des "Sumpfgebiet" an der Aufkirchner Straße deutet an, dass wir hier eine veränderte geologische Situation vorfinden. Ein Wasserlauf mit der Kraft zur Etztalbildung hätte sich ein deutlich tieferes Bachbett geschürft! Die Menge des sich westlich des "Großen Hügels" und nördlich der Kreishügel sammelnde Oberflächenwasser reichte weder hierzu, geschweige denn dazu aus, das Etztal in seiner heutigen Gestalt zu formen. Woher kam das Wasser in den hierzu benötigten Mengen? Änderte sich das Gelände und wenn ja - wodurch?
Vermissen wir auf der Westseite des "Großen Hügels" Wasser, so ist dieses auf der Ostseite in einer Menge vorhanden, die auch hier Fragen aufwirft.
Das Etztal in Berg hat die Form eines Dreiecks mit einem hornähnlichen Seitental an der südlichen Wand B-C.
Der Verlauf der beiden Zuflüsse des Etztals ist in der Höhenlinienkarte noch gut zu erkennen.
(Zum Starten der Animation bitte in das Bild zeigen)
Die untere Animation zeigt das Oberflächen- und Quellwasser westlich des "Großen Hügels"
(Zum Starten der Animation bitte in das Bild zeigen)