Betrachten wir die besprochenen Hügel im Zusammenhang, so unterscheide ich Gelände innerhalb ("Innengelände") und außerhalb ("Außengelände") dieses Gebildes.
(Siehe Abbildung rechts)

Innerhalb und außerhalb der besprochenen Hügel unterscheidet sich das Gelände. Zwischen Giglberg und Sattlerfeld könne wir abermals eine eigene Zone ausmachen. (Mehr hierzu weiter unten )
Im "Innengelände" fließt der "Obere Lüßbach" ohne Vertiefungen kaum sichtbar (weiße Pfeile) durch Wiesen und Felder (zum Vergrößern ins Bild klicken)
Im "Außengelände" grub sich der "Untere Lüßbach"ein beeindruckendes mächtiges Tal (zum Vergrößern ins Bild klicken)
Das Wasseraufkommen ist, wie gesagt, nach andauernden Niederschlägen - auch heute noch - gewaltig. Dennoch hat diese Menge Wasser es nicht geschafft, sich im "Innengelände" ein Tal zu graben, das dem "Außengelände" mit dem hier anzutreffenden "Unteren Lüßbachtal" auch nur ansatzweise gleicht. Eine Ausnahme bildet das "Giglberg-Tal" (Siehe vorangegangene Seite "Wasser")
Genügend Höhenunterschied von Höhenrain-Süd bis zum See - und somit verfügbare Kraft für eine Talbildung - wäre vorhanden. Der Höhenunterschied vom südlichen Höhenrainer Kessel bis zum See beträgt 55m (640m - 585m) auf einer Länge von etwa 9 km. Dies entspricht über 6 Höhenmetern pro Kilometer.
Vergleichen wir das "Innengelände" mit dem "Außengelände" könne wir unterschiedliche Gefälle ausmachen.
Zwischen Höhenrain Süd (640m) und Sattlerfeld (608m) fällt der Lüßbach um 32m was bei einer Entfernung von 6km einem Gefälle von 5,6m/km entspricht.
Zwischen Sattlerfeld (608m) und Mündung des Lüßbachs im Starnberger See (585m) fällt der Lüßbach um 23m, was bei einer Entfernung von 3km einem deutlich größerem Gefälle von knapp 8m/km entspricht.
Im "Innengelände" zeigt sich noch einmal ein eklatanter Unterschied:
Zwischen Höhenrain Süd (640m) und dem Giglberg (630m) fällt der Lüßbach um 10m was bei einer Entfernung von 4km einem Gefälle von 2,5m/km entspricht.
Zwischen dem Giglberg (630m) und Sattlerfeld (608m) fällt der Lüßbach um 22m was bei einer Entfernung von 2km einem Gefälle von 11m/km entspricht.
Schematisch lässt sich der Geländeverlauf des Lüßbachs so darstellen:
Der schemtische Geländeverlauf macht deutlich: Im oberen, also im "Innengelände" ist das Gefälle deutlich flacher als im "Außengelände". Im "Innengelände" zeigt sich noch einmal ein eklatanter Unterschied.
Betrachten wir nun die steile Übergangszone, so erklärt sich möglicherweise, warum wir am Giglberg ein außergewöhnlich ausgeprägtes Tal vorfinden. Das Wasser greift am Zenit der Übergangszone wie an einer Kante verstärkt an. Sollte der Untergrund des östlich des "Großen Hügels" gelegene "Innengelände" durchwegs aus Steinen, Kies, Sand und Lehm bestehen, wird sich die Talbildung - allmählich beidseitig ausgreifend - noch deutlich fortsetzen. Die Farchacher und Bachhausener können sich den Aufwand ihres Widerstands schon einmal ausrechnen. Meine Erkundigungen hinsichtlich des Untergrundes ergaben übrigens keinerlei Hinweis, dass sich die Berger Nagelfluh-Platte hier im Osten auch nur partiell fortsetzt.
Rechnet man das durchschnittliche Gefälle von etwa 6m/km auf das Gesamtgelände hoch und zieht es vom tatsächlichen Geländeverlauf ab, erhalten wir eine Abweichung (Siehe Abbildung unten). Diese Abweichung stimmt recht genau mit der Lage der besprochenen Hügel überein.
Tatsächliches Gefälle minus Durchschnittsgefälle ergibt Abweichung.