In einem kleinen Heftchen der Gemeinde Berg, das leider kein Erscheinungs-Datum zeigt, finden wir auf Seite 7 zum Thema Erdgeschichte einen kleinen Aufsatz mit der Überschrift: "Erbe der Eiszeit". Darin heißt es:
Es waren dramatische Ereignisse der Erdgeschichte, die in Jahrhunderttausenden dieses Land vor dem Alpensaum schufen. Es wurde ein Land der Lieblichkeit und Strenge, der fröhlich-barocken Himmelsstimmungen wie auch der sanften Melancholie. Rhythmisch an- und abschwellend hatten sich unaufhaltsam gewaltige Ströme von Erd- und Eismassen von Süden nach Norden geschoben. Nicht weit von hier kamen sie zum Stehen. Dieses "Spiel" der Eiszeiten wiederholte sich viermal. Aber erst die letzte, die Würmeiszeit, die unser Land mit dem Ammer-Isar-Gletscher überzog, hinterließ die heutige geologische Formation: Den See und eine geschwungene Kette von Endmoränen, die über mehr als zwanzig Kilometer Länge sein östliches Hochufer bilden. Die Kuppen erheben sich jeweils bis knapp um 700 Meter über dem Meeresspiegel. Das Seebecken selbst, an der Stelle seines steilsten Abbruchs bei Allmannshausen bis 123 Meter tief, wurde durch die Schubkraft einer Gletscherzunge ausgeschürft. Das ist noch nicht allzu lange her, "nur" rund zwanzigtausend Jahre. Die unter der jetzigen Oberflächenformation liegenden Geschiebemassen aus früheren Eiszeiten, so vor allem der Nagelfluh, eine betonfeste Kiessschicht aus der Mindeleiszeit, läßt sich allenfalls an den Steilabbrüchen des Seeufers und an einem Gletscherschliff in Berg an der Perchastraße entdecken. Mitgestaltet haben das Land auch die Ströme von Schmelzwasser, die sich entlang der Moränenaufwerfungen ihre Wege suchten. Es ist uns heute kaum vorstellbar, daß der sanft mäandrierende Lüßbach einst eine Art Urstromtal war. Der Hälsbach, der unterhalb von Aufkirchen verläuft, darf als ein Rest des Flußsystems angesehen werden, das sich einst zwischen der ersten und der zweiten Seitenmoräne des Sees erstreckte. In seiner Epoche als Strom war der Lüßbach mächtig genug, einen Schwemmkegel in Richtung auf das nordöstliche Ende des Sees zu treiben. Während sich die Massen aus Schotter, Kies, Sand und Eis voranschoben, konnte es vorkommen, daß sie Einschübe von reinem Eis unter sich begruben, das dann für den großen Strom verloren ging: Es war "tot". Nach dem Abschmelzen blieben wassergefüllte Vertiefungen zurück, die folge richtig "Toteisseen" genannt wurden. Von ihnen finden sich sehr viele in den Ebenen zwischen den Moränenhügeln. Ihre Namen richten sich legentlich nach den Höfen, zu deren Land sie gehörten, so im Fall des Lidl- und des Schatzlweihers. Die Moore, besonders reizvolle Eiszeitrelikte, findet man auf Ebenen und in leichten Mulden.Sie sind Verlandungsflächen von Toteisseen mit einer typischen Vegetation. Hier am Ostufer herrschen die Hochmoore, Filze genannt, vor. Sie haben eine trockene, pflanzenarme Oberfläche, die sich bei der Austrocknung hochgeschoben hat. Man findet sie unter anderem bei Allmannshausen, Biberkor und Farchach.
In einem kleinen Büchlein des Verlags Dr. Friedrich Pfeil mit dem Titel: "Wanderungen in die Erdgeschichte" von Rolf K.F. Meyer und Herrmann Schmidt-Kahler aus dem Jahr 2002 finden wir über unser Untersuchungsgebiet folgenden Absatz:
Das breite Lüßbachtal wird heute nur noch von einem kleinen Bächlein durchflossen, ehemals durchströmten es die Gletscherwasser-Abflüsse aus dem Bachhausener See, der wiederum von den Gletscherbächen der Wolfratshausener Zunge gespeist wurde. Auf diese Weise kamen Abflüsse vom Wolfratshausener Gletscher in das Starnberger Seebecken. Am Tennisplatz stehen Felsen mit schwach verfestigten Riß-Schottern an, ebenso in der Kiesgrube gegenüber, dort von Geschiebelehm überdeckt. Im Sägewerk von Mahntal westlich Haarkirchen liegt ein weiterer großer Findlingsblock aus Amphibolit. Wir folgen weiterhin dem Lüßbachtal nach Süden; vom Beginn des Waldes 400 m nach Südosten liegt an der Forststraße der schon von AMMON 1899 abgebildete Findlingsblock aus Gneis mit einem Kruzifix. Das Engtal umfahren wir oberhalb auf der Forststraße Richtung Farchach. Am Waldende überblicken wir die heute z.T. vermoorte Senke des ehemaligen Bachhausener Sees, dahinter die Alpenkette.